Geisterstadt von Abades

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Die „Geisterstadt“ von Abades wurde ursprünglich als Quarantäneort erbaut um die Ausbreitung der Leprakrankheit zu verhindern. Als man das Problem auch ohne die Aussiedlung der Erkrankten in den Griff bekam, wurde die Stadt nicht fertiggestellt. Viele Jahre später wurde sie vom Militär für Übungszwecke genutzt. Heute ist sie öffentlich zugänglich, ist jedoch eher ein Geheimtipp. Der Weg dorthin mit dem Auto ist über eine Zufahrt vom Leuchtturm von Poris de Abona (Faro de Punta Abona) aus möglich. Von Abades aus haben wir es nicht geschafft, mit einem normalen PKW, näher an die Ruinen heran zu kommen, dafür hätten wir vermutlich einen Panzer oder mindestens einen SUV gebraucht.
Für Fotobegeisterte ist dies eine wunderschöne und mystische Fotokulisse, ganz besonders natürlich bei Sonnenuntergang.

38588 Abades

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Ein Kommentar:

  1. Ich war im September 2016 in Abades und in der Geisterstadt. Bei einem Gespräch mit einem Residenten aus dem Ort habe ich erfahren, daß dort zu keiner Zeit Leprakranke behandelt wurden. Bei der Geisterstadt soll es sich um ein „Potemkinsches Dorf, einer Staffage“ handeln. Das Dorf wurde 1943 gebaut, um die darunter liegenden Bunkeranlagen zu verdecken. Die Bunker dienten dem damaligen Machthaber Francisco Franco als Rückzugsort. Mit dem Ableben des Machthabers 1975 wurden die Bunkeranlagen geschliffen und die Eingänge verschüttet. Einige Rohbauten haben keine Zugänge ins Innere. Die erforderlichen hohen Treppen wurden nie gebaut. Andere Hinweise lassen ähnliche Beurteilungen zu. Die Kranken hätten dann wohl über Anstelleitern die Häuser betreten müssen. Ein Schornstein mit Fundament des Krematoriums war und ist nicht auffindbar. Allerdings existierte eine Stromzentrale, eine Kompressoranlage für Frischlufteinspeisung und ein Hubschrauberlandeplatz zwischen den beiden Kommandozentralen sowie eine Torwache.. Siehe
    Google Earth. Eine Kirche im Rohbau über die Jahrzehnte, in Spanien undenkbar.
    Militär hat sich dort immer aufgehalten. Das belegen die eindeutigen Verbandsabzeichen an den Wänden in einem Stabsgebäude. Die Auswahl der damaligen Kampftruppen sind für Infantriegefechte am Boden und Flugabwehr getroffen worden. Aus alter Zeit sind heraldische Aufschriften „TODO POR LA PATRIA“ angebracht. Ich konnte erkennen das dort bis heute Partys von jungen Menschen stattfinden. Keine Orte für schwarze Magie oder Spiritismus. Camper, Fotografen und Jogger benutzen das weitläufige Gelände. In einigen Gebäuden sind kunstvolle Graffities an den Wänden. Das Gelände ist nicht abgesperrt. Ich habe keine Verbotsschilder gesehen. Es kann ja jeder eigene Eindrücke dort sammeln.
    Für mich war es interessant.

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